Katholische Kirche verliert Mitglieder

Von Jänner bis Ende August 2017 haben sich rund 1.700 Katholiken von der Kirche abgewendet. Im Durchschnitt treten jeden Monat etwa 200 Menschen aus. Die Diözese Feldkirch spricht von einer stabilen Austrittsquote.

Die Zahl der Kirchenaustritte stieg in den ersten Monaten dieses Jahres leicht an. Nach Angaben von Andreas Weber, Direktor der Finanzkammer der Diözese Feldkirch, erklärten rund 1.700 Katholiken ihren Austritt. Seit der Bestellung von von Papst Franziskus und Bischof Benno hätten sich die Austritte stabilisiert. Trotzdem sei die Zahl hoch, wenn im Durchschnitt 200 bis 250 Vorarlberger monatlich die Kirche verlassen. Offenbar könne man bei diesen Menschen die Leistungen und das Wirken der Kirche nicht zeigen, so Weber. In Vorarlberg gehören rund 240.000 Menschen der katholischen Kirche an.

Gründe sind vielfältig und individuell

Die Austrittsgründe seien vielfältig und oft individuell, sagt Weber. Für viele junge Leute sei etwa die erste Vorschreibung des Kirchenbeitrages Anlass, sich zu verabschieden. Genauso könnten aber gesellschaftspolitische Themen eine Rolle spielen. Für manche sei der Kurs der Kirche in der Flüchtlingspolitik zu offen, für manche zu restriktiv. Derzeit reichen die Einnahmen aus dem Kirchenbeitrag noch aus, um die Ausgaben zu decken, sagt Weber. Das könnte sich aber ändern.

Vor allem aus demografischen Gründen könnte der Kirchenbeitrag in sechs bis sieben Jahren zurückgehen. Auf diese Zeit bereite sich die Kirche in aller Gelassenheit vor. Eine Erhöhung des Kirchenbeitrags schließt Weber aus.

100 Wiedereintritte

Rund 100 Personen, die aus der Kirche ausgetreten sind, sind in diesem Jahr wieder eingetreten, sagt Weber. Für die Jahre „draussen“ müsse kein Kirchenbeitrag nachbezahlt werden.

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