Wolford tief in den roten Zahlen

Der finanziell angeschlagene Strumpfhersteller Wolford hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatzrückgang von fünf Prozent hinnehmen müssen. Unter dem Strich machte das Unternehmen einen Verlust von 17,88 Mio. Euro.

Der Umsatz des Unternehmens reduzierte sich damit auf 154,28 Mio. Euro. Der Gewinnrückgang in Höhe von 17,88 Mio. Euro übertraf auch das Minus aus dem Vorjahr, das 10,66 Mio. Euro betragen hatte. Auch operativ war Wolford im Geschäftsjahr 2016/17 tief in der Verlustzone. Das Betriebsergebnis (EBIT) war mit 15,72 Mio. Euro negativ, das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf -3,39 Mio. Euro, nach 8,38 Mio. Euro im Jahr davor. Die Abschreibungen summierten sich den Angaben zufolge auf 12,33 Mio. Euro.

Positives Ergebnis im nächsten Jahr erwartet

Ein positives operatives Ergebnis erwartet das Management erst ab dem Geschäftsjahr 2018/19. Für die Umsetzung von geplanten Restrukturierungsmaßnahmen sei ein Zeithorizont von zwei Jahren vorgesehen, weshalb im laufenden Jahr 2017/18 noch ein negatives operatives Ergebnis erwartet wird. Von Mai bis Juli 2017 sind die Umsätze währungsbereinigt um rund 3 Prozent gestiegen, für das laufende Geschäftsjahr geht das Management von einem leichten Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr aus.

Wegen „Routineprüfung“ verschoben

Wolford hatte Anfang Juli angekündigt, seine Jahreszahlen um sechs Wochen auf den 24. August zu verschieben. Als Grund wurde eine „Routineprüfung“ durch die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) angegeben. Im Zuge einer Stichprobenprüfung seien der Konzernabschluss zum 30. April 2016 sowie die Halbjahresfinanzberichte zum 31. Oktober 2015 und 31. Oktober 2016 ausgewählt und einer Prüfung unterzogen worden, hieß es am Dienstag.

„Im Konzernabschluss zum 30. April 2016 waren Annahmen, die den Cashflow- Prognosen für die Ermittlung der Nutzungswerte der nach IAS 36 durchgeführten Wertminderungstests zugrunde lagen, fehlerhaft. Darüber hinaus enthielt die Cashflow-Rechnung für den Zeitraum vom 1. Mai 2015 bis zum 30. April 2016 in einigen Detailpositionen Fehldarstellungen (zum Beispiel aufgrund durchgeführter Saldierungen)“, räumte Wolford ein. Fehler aus früheren Perioden würden rückwirkend angepasst, so die Firma. Die Wolford-Aktie wurde zuletzt am 4. August an der Wiener Börse gehandelt.

Käufersuche läuft

Wolford braucht frisches Geld von neuen Investoren. Die Käufersuche ist schon gestartet. Mitte Juli einigte sich das Unternehmen mit den Banken, die Kredite wurden verlängert. Damit sei die Finanzierung des laufenden Betriebs gesichert, hieß es damals.

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