Bodensee ist über Jahrzehnte wärmer geworden

Die Wassertemperatur an der Oberfläche des Bodensees hat sich seit den 1980er-Jahren um durchschnittlich 1,5 Grad erhöht. Das hat Auswirkungen auf den größten Trinkwasserspeicher Europas. Von großer Wichtigkeit ist die Abwasserreinigung.

Im Bodensee findet normalerweise ein Mal im Jahr - meist im Februar - eine komplette Umwälzung der Wassermassen statt. Dabei gelangt sauerstoffreiches Oberflächenwasser in die Tiefe und gleicht den geringen Sauerstoffgehalt dort wieder aus.

In den vergangenen zehn Jahren sei diese Durchmischung nur noch zum Teil erfolgt, so Dieter Buhmann, Leiter des Umweltinstituts, im ORF Vorarlberg-Interview. Von 2013 bis 2016 habe die Totalmischung sogar komplett ausgesetzt, da das Wasser im Winter nicht auf die entsprechenden tiefen Temperaturen abgekühlt ist. Heuer habe es durch den kühlen Winter wieder eine komplette Durchmischung gegeben.

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Der Experte im Interview

ORF Vorarlberg-Redakteurin Flora Wodnar hat mit Dieter Buhmann über den Zustand des Bodensees gesprochen.

212 Kläranlagen rund um den See

Der Seeboden werde von verschiedenen Mikroorganismen besiedelt, die eine bestimmte Sauerstoffmenge brauchen, erklärt Buhmann. Wenn im Grundbereich kein Sauerstoff mehr vorhanden wäre, würden aus dem tiefen Segment Stoffe wie Ammoniak oder Schwermetalle freigesetzt werden. Das würde die gesamte Artenvielfalt im See verändern und der See würde kippen. Davon sei man derzeit aber weit entfernt.

Damit der Bodensee durch die Erwärmung nicht kippt, sei eine kontinuierliche Abwasserreinigung die Grundlage, so Buhmann. 99,7 Prozent der anfallenden Wassers im Bodenseeeinzugsgebiet werde von 212 Kläranlagen gereinigt. Das müsse auf Dauer gesichert werden. Fünf Millionen Menschen werden mit Trinkwasser vom Bodensee versorgt.

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