Festspiele feiern Richtfest für „Carmen“-Kulisse

Bei den Bregenzer Festspielen ist am Dienstag das Richtfest für das „Carmen“-Bühnenbild gefeiert worden. Zwei überlebensgroße Hände und dutzende riesige Spielkarten stehen im Zentrum der spektakulären Kulisse.

Für Georges Bizets „Carmen“ hat die britische Bühnenbildnerin Es Devlin ein wahrhaft gigantisches Bühnenbild entworfen: Zwei Hände ragen 18 bzw. 21 Meter aus dem Bodensee, insgesamt 59 Spielkarten - jede davon 30 Quadratmeter groß und 2,5 Tonnen schwer - sind zwischen und um die Hände herum angeordnete. Kostenpunkt: stolze sieben Millionen Euro.

Was es damit auf sich hat, hat der aus Dänemark stammende Regisseur Kasper Holten schon vergangenen Herbst erklärt: „In einer Szene der Oper will Carmen durch das Legen von Spielkarten einen Blick in ihre Zukunft werfen. Diese schicksalhafte und für Carmens Leben bestimmende Begebenheit nehmen wir im Bühnenbild auf.“

Erste weibliche Bühnenbildnerin seit 1946

Die Britin Es Devlin - die erste weibliche Bühnenbildnerin bei den Bregenzer Festspielen seit 1946, als Maria Wanda Milliore das Bühnenbild für Mozarts „Bastien und Bastienne“ entworfen hatte - entwickelte ihre Ideen in ihrem Londoner Studio. Die Pläne gelangten dann auf digitalem Weg nach Bregenz.

28 Vorstellungen

George Bizets Oper „Carmen“ feiert am 19. Juli auf der Seebühne Premiere. Bis zum 20. August wird es 28 Vorstellungen geben.

Technikdirektor Wolfgang Urstadt sagte am Dienstag, Devlin habe „der Fantasie des Publikums viel Spielraum“ gelassen. So sei nicht klar, ob die Hände die Karten halten, ob die Karten in die jeweils andere Hand fliegen bzw. warum um die Hände herum weitere Karten angeordnet sind.

Interview mit dem technischen Leiter

Wolfgang Urstadt spricht über die Herausforderungen beim Bühnenbau und verrät Insiderwissen über die technischen Gegebenheiten.

Karten in drei Kategorien

Klar ist: Die Karten sind in drei Kategorien eingeordnet. Zwischen den beiden Händen befinden sich die „Flying Cards“, die „Beach Cards“ führen zum Wasser, das sogenannte „Mesh“ ist ein Gitter mit rutschfesten Gitterkarten unter der Seeoberfläche. Manche der Karten werden mechanisch, andere vom Computer gesteuert. Während der Vorstellung dienen die Karten zeitweise als Projektionsfläche für Videos.

Elisabeth Sobotka Bregenzer Festspiele Intendantin
Bregenzer Festspiele
Intendantin Elisabeth Sobotka

Am Aufbau waren 37 Technikfirmen beteiligt. 21 davon stammen aus Vorarlberg. Die Oper „Carmen“ war übrigens schon in den Jahren 1991 und 1992 auf der Seebühne zu Gast - und übertraf den damaligen Besucherrekord. Ob die neue Inszenierung des dänischen Regiestars Kasper Holten ein ähnlicher Erfolg beschert sein wird, muss sich erst zeigen.

Interview mit Festspiel-Intendantin

Elisabeth Sobotka spricht über neue Ideen für die Kulturveranstaltung und erklärt, was die lange Vorbereitungszeit einer derartigen Veranstaltung für die Planung bedeutet.

Sobotka bis 2022 verlängert

Noch vor dem Richtfest am Dienstag gab der Vorstand der Bregenzer Festspiele zwei wichtige personelle Entscheidungen bekannt: Die Zusammenarbeit mit Intendantin Elisabeth Sobotka wurde bis 2022 verlängert. Ihr geltender Vertrag hätte eigentlich bis 2019 laufen sollen. Auch der Vertrag von Präsident Hans-Peter Metzler wurde verlängert. Der Beschluss fiel einstimmig.

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