„Bei Mindestsicherung droht Stigmatisierung“

Die Caritas Vorarlberg hat am Montag in Dornbirn ein Expertengespräch zur Mindestsicherung veranstaltet. Dabei warnte Soziologin Claudia Globisch unter anderem davor, die Auszahlung der Mindestsicherung an Bedingungen zu knüpfen.

Eines wurde bei der Caritas-Veranstaltung klar: eine „soziale Hängematte“ - als solche wird die Mindestsicherung immer wieder kritisiert - ist sie ganz und gar nicht. Menschen in der Mindestsicherung sind laut Claudia Globisch von der Universität Innsbruck nämlich nicht passiv, sondern sehr aktiv und versuchen, ihr Leben zu bewältigen. Das ist das Ergebnis von Interviews, welche die Soziologin mit Mindestsicherungsbeziehern geführt hat.

Dennoch fühlen sich die Bezieher der Mindestsicherung laut Globisch oft stigmatisiert. Bei ihnen die Daumenschrauben anzulegen, indem man die Auszahlung der Mindestsicherung an Bedingungen knüpft, davon rät die Soziologin ab: „Das widerspricht eigentlich dem Grundsatz eines letzten Netzes, das Armut und soziale Ausgrenzung verhindern und ein menschenwürdiges Leben ermöglichen soll.“

Globisch: „Keine Deckelung der Wohnkosten“

Ferner sollten laut Globisch die Wohnkosten in der Mindestsicherung nicht gedeckelt werden. Wenn die Mieten sehr hoch seien, wie etwa in Vorarlberg, dann müsse das den Beziehern abgegolten werden.

Globisch empfiehlt auch, über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachzudenken. Zwar räumt sie ein, dass diese Idee ein Stück weit radikal sei. Das bedingungslose Grundeinkommen biete aber nicht nur seinen Beziehern Vorteile, sondern würde auch Verwaltungskosten in beträchtlichem Maße sparen helfen.

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