US-Künstlerin Rachel Rose stellt im KUB aus

Die 31-jährige, US-amerikanische Künstlerin Rachel Rose stellt ab 4. Februar im Kunsthaus Bregenz (KUB) drei ihrer Videoinstallationen aus. Sie ist die jüngste Künstlerin, die je im KUB eine Einzelaustellung erhielt.

Die noch junge Rachel Rose entstammt einer Generation, die mit einer konstanten Flut von Bildern und Informationen aufgewachsen ist. Das zeigt sich speziell in ihrer Kunst - der Videoinstallation. Im Kunsthaus Bregenz (KUB) stellt die 31-Jährige von 4. Februar bis 17. April drei ihrer beeindruckenden Werke aus.

„Tauchgänge in die Tiefen der Wahrnehmung“

KUB-Direktor Thomas D. Trummer geriet bei der Presseführung am Donnerstag ins Schwärmen. Die Ausstellung von Rose bringe auf den Punkt, worum es in diesen Tagen ganz besonders gehe - nämlich um eine differenzierte Wahrnehmung jenseits der Simplifizierung. „Ihre Kunstwerke sind Tauchgänge in die Tiefen der Wahrnehmung, Erkundungen des Sinnlichen und der Empfindsamkeit“, stellte Trummer fest.

Rachel Rose im Kunsthaus Bregenz
APA/MARKUS TRETTER

Die eigentlichen Protagonisten in ihren Filmen seien nicht die gezeigen Figuren, sondern Phänomene. „Suchen Sie beim Betrachten der Werke nach den sinnlichen Phänomenen in sich selbst“, riet er.

Drei zehnminütige Videos

Die auf einer Farm im Staat New York aufgewachsene Rose brachte drei ihrer Videoinstallationen nach Bregenz mit - „Palisades in Palisades“ (2014), „Everything and More“ (2015) sowie „A Minute Ago“ aus dem Vorjahr. In diesen jeweils rund zehn Minuten langen Videos zerrinnen konkrete Situationen und Handlungen mit Emotionen, Empfindungen und Wahrnehmungen.

„Jede meiner Arbeiten entspringt einem alltäglichen, oft unterschwelligen Gefühl, das ich habe“, erklärte Rose im KUB. Dieses Gefühl - Freude, Nervosität, Angst, was auch immer - transferiere sie anschließend in andere Zeiten und andere Umstände.

Der Architekt als „Geist“

Das gelingt ihr bestens in allen drei im KUB gezeigten Werke. So beginnt etwa ihre von den Erfahrungen rund um Hurrikan „Sandy“ inspirierte Videoinstallation „A Minute Ago“ mit einem Hagelsturm an einem Strand in Serbien und zeigt weiters das Glass House von Philipp Johnson in New Canaan im US-Bundesstaat Connecticut. Eindrücke eines Gemäldes von Nicolas Poussin aus dem Inneren überlagern sich mit der Natur des Umfelds.

Rachel Rose im Kunsthaus Bregenz
APA/MARKUS TRETTER

Der Architekt führt als Geist und Leerstelle durch sein Gebäude, durchdringt Raum, Garten, Grenzen. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.

NASA-Erfahrungsbericht und Aretha Franklin

„Everything and More“ basiert auf einem Telefoninterview von Rose mit dem NASA-Astronauten David Wolf. Er beschrieb darin, wie er nach seiner Rückkehr zur Erde alle Sinneseindrücke - Gewicht, Farben, Gerüche - vollkommen neu empfunden habe. Diesen Bericht kombinierte die 31-Jährige mit einem frühen Aretha-Franklin-Song und allerlei weiteren visuellen Eindrücken, die zusammengenommen Transparenz und Schwerelosigkeit vermitteln.

In „Palisades in Palisades“ wiederum erkundet eine Frau den Palisades Interstate Park in New Jersey - ein Schauplatz des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs zum Ende des 18. Jahrhunderts. So wechseln unvermittelt Aufnahmen von Haut oder Augenwimpern der Frau in extremer Nahsicht mit Gemälden aus der Revolutionszeit ab.

Spezielle Projektionsflächen

Eine Besonderheit der Rose-Ausstellung im KUB ist, dass die rund zehnminütigen Filme nicht auf herkömmlichen Leinwänden gezeigt werden. Vielmehr entwarf die Künstlerin gemeinsam mit dem New Yorker Architekturbüro MOS spezielle Projektionsflächen aus Gewebe.

Bis zuletzt sei nicht sicher gewesen, ob die Herstellung möglich sei, berichtete KUB-Kurator Rudolf Sagmeister. Nun aber „passt alles, man weiß nicht warum“, sagte Sagmeister zur Ausstellung und meinte damit auch die Installation „A Day in the Life“ im Erdgeschoß. Auch die Teppiche und Lautsprecher zur Ausstellung wurden speziell für die Räume in Bregenz angefertigt.

APA

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