Kaufmann: Seestadt widerspricht Masterplan

In der Debatte über die Gestaltung der Bregenzer Seestadt meldet sich nun auch der renommierte Vorarlberger Architekt Hermann Kaufmann zu Wort. Das Projekt widerspreche den im Masterplanungsprozess entwickelten Grundlagen.

Kaufmann unterstützt die Initiative See-und-Stadt-und-Bregenz von Vorarlberger Architekten und Kulturschaffenden, die das Projekt kritisch beurteilen: Auch er sei dafür, dass man zurück zu den ursprünglichen Vorgaben gehe, denn das Projekt widerspreche den Grundlagen, die im Masterplanungsprozess entwickelt worden seien. In der Wettbewerbsausschreibung sei von „Schaffung urbaner Lebendigkeit und robuster Nachhaltigkeit durch kleinteilige Vielfalt und Nutzungsdurchmischung“ die Rede gewesen. Im Wettbewerbshearing sei gar gedroht worden, dass Projekte, die eine innere Erschließung – eine Mall, wie sie jetzt geplant ist - vorschlagen, ausgeschieden werden.

Die Unterstützungserklärung

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

„Keine Aufwertung für Bregenz“

Einkaufszentren wie das jetzt geplante seien im städtischen Umfeld „falsch“, so Kaufmann. Handelsflächen seien an diesem Standort zu begrüßen, das Potential des Standorts am Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs werde aber nicht ausgeschöpft. Das Gebäude zeige sich zum Bahnhof eher abweisend, an dieser Stelle sei die Anlieferung in das Lebensmittelgeschäft geplant. Auch werde die Chance, die Bahnsteige des Bahnhofes direkt an die Einkaufsstraße anzubinden, verschenkt.

Architektur und Gestaltung versprächen keine Aufwertung für Bregenz, das Projekt „trägt deutlich die Spuren des inkonsistenten Entwicklungsprozesses, der gekennzeichnet ist durch grundlegende konzeptionelle Änderungen nach dem Wettbewerb, den Zerfall des Architektenteams, das den Wettbewerb gewonnen hat, und den Einbezug eines neuen Planungsteams während der laufenden Planung".

Eine Initiative aus Architekten und Kulturschaffenden hatte sich im November mit scharfer Kritik an der Seestadt zu Wort gemeldet, die Verantwortlichen hatten die Kritik als verspätet abgetan – mehr dazu in „Kritik an Seestadt kommt reichlich spät“.

Werbung X