Postkartenräuber schlug in Deutschland zu

Der als „Postkartenräuber“ bekanntgewordene Unbekannte, der in Vorarlberg für bereits elf Banküberfälle verantwortlich sein soll, hat vergangene Woche auch im deutschen Opfenbach zugeschlagen. Jetzt wird die polizeiliche Zusammenarbeit verstärkt.

Nach einem Überfall auf eine Bank im Juli war es vergangene Woche der zweite Bankraub des sogenannten Postkartenräubers in Opfenbach. Jetzt wird die Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei verstärkt, sagt Susanne Dilp von der Landespolizeidirektion: „Im Grund geht es darum, dass die Erkenntnisse, die die deutschen Kollegen aufgrund der Spurenauswertung am Tatort haben, uns zur Verfügung stellen und umgekehrt haben sie von uns entsprechendes Material bekommen.“

Postkastenräuber Opfenbach
Polizei

Dadurch habe man feststellen können, dass es sich beim Bankräuber in Deutschland „ziemlich sicher“ um der Serientäter handle. Dennoch ist der Täter seit acht Jahren nicht geschnappt. Das Problem der Kriminalisten sei: Man habe viele Beweise, aber keine Spur: „Wir haben DNA-Spuren. Das heißt, wenn wir einen Verdächtigen haben, wissen wir sofort, ob er der Täter ist oder nicht. Sprich: Wir haben ihn eigentlich schon, nur der Name fehlt“, so Dilp.

10.000 Euro Belohnung

Offenbar ist klar: Die Überfälle des Postkartenräubers sind nicht akribisch genau geplant - vielmehr hat der Täter unbeschreibliches Glück. Das bestätige sich immer wieder anhand der Aufnahmen, die man bekomme: „Es ist zum Beispiel eine halbe Profil-Aufnahme, bei der der Täter gerade aus dem Blickfeld der Kamera geht und die Maske abnimmt. Hätte er das eine halbe Sekunde früher gemacht, hätte die Polizei ein gutes Fahndungsfoto.“

Und dennoch konnte der Räuber jedes Mal unerkannt flüchten. Obwohl der Mann immer auffällige Kleidung bei seinen Überfällen trägt, gibt es kaum Hinweise aus der Bevölkerung. „Möglicherweise gibt es Verdächtigungen und man traut sich nicht die Polizei zu rufe“, sagt Dilp. Daher betont sie, dass alle Hinweise anonym behandelt werden. Die ausgeschrieben Belohnung in der Höhe von 10.000 Euro, die zur Ergreifung des Postkartenräubers führt, bleibt aufrecht.

Postkastenräuber Opfenbach
Polizei
Aufnahme vom vergangenen Donnerstag

Überfall mit Spiderman-Maske

Die „Vorarlberger Nachrichten“ hatten in ihrer Montagsausgabe berichtet, dass es sich bei jenem Mann handelt, der am 10. November mit einer Spiderman-Maske verkleidet die Volksbank in Opfenbach überfallen hat, um den berüchtigten Postkartenräuber. Zum einen trug er dieselbe Kleidung, die er auch schon bei den Überfällen am 22. Dezember 2014 in Schwarzach und am 3. März 2015 in Lochau trug. Zum anderen decken sich auch die Personenbeschreibung des Täters und die Vorgangsweise mit den Überfällen in Vorarlberg.

Erste Überfälle in Feldkirch-Altenstadt

Seinen Spitznamen schuldet der Postkartenräuber der Tatsache, dass er sich zweimal per Postkarte bei den Ermittlern meldete: „Das war noch nicht alles. Komme wieder“, schrieb er unter anderem. Erstmals zugeschlagen hat er im August 2008: Tatort war die Sparkassenfiliale in Feldkirch-Altenstadt. Im März 2009 beraubte er die Postgeschäftsstelle in Feldkirch-Altenstadt.

Im Mai 2009 schlug er in der Post in Dornbirn-Haselstauden zu, im Juli 2009 in der Sparkasse Bregenz-Weidach. Es folgten zwei Überfälle auf die Post in Feldkirch-Tisis im Jänner und August 2010. Im Juli 2012 überfiel er die Volksbankfiliale in Bregenz-Vorkloster, dann folgte eine zweijährige Pause. Im Mai 2014 beraubte er die Sparkassenfiliale in Dornbirn-Hatlerdorf, im Dezember 2014 die Post in Schwarzach sowie im März 2015 die Sparkasse in Lochau.

Personenbeschreibung

Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte es sich bei dem Unbekannten um einen etwa 1,85 Meter großen Mann handeln, der zwischen 40 und 65 Jahre alt ist.

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