Kinderbetreuungs-Tarife werden angeglichen

Das Land Vorarlberg stellt die Kinderbetreuung auf neue Beine. In einem ersten Schritt wurden die Kinderbetreuungsbeiträge sozial gestaffelt, jetzt sollen sie stärker vereinheitlicht werden.

Bisher gibt es starke Unterschiede bei Kinderbetreuungseinrichten für 0- bis Dreijährige: Laut einer Umfrage der Servicestelle Familypoint kostete die Betreuung im Vorjahr zwischen 66 und 325 Euro monatlich, wenn man das Kind für 25 Betreuungsstunden (zum Beispiel fünf Vormittage) in die Einrichtung brachte. Wo die Beiträge niedriger sind, hat oft die Gemeinde stärker gefördert.

Ab Herbst 2017 regelt ein Katalog, wie viel die Betreuung in welchem Alter und in welchem Ausmaß mindestens kosten muss und höchstens kosten darf. In diesem vorgegeben Rahmen bestimmt der Träger der Einrichtung dann den Preis.

Anmeldung für mindestens drei Tage

Laut der geplanten Tarifliste zahlen die Eltern dann zum Beispiel für ein zweijähriges Kind zwischen 140 und 190 Euro pro Monat für 25 Betreuungsstunden. Die Betreuung der Unter - Einjährigen und der Einjährigen wird vergleichsweise teurer sein, für 25 Betreuungsstunden fallen hier zwischen 210 und 260 Euro an. Bei Dreijährigen liegt der Satz zwischen 40 und 90 Euro.

Neu ist auch, dass man ein Kind nicht weniger als drei Tage, also 15 Stunden, anmelden kann. Das heißt, dass die Betreuung für ein unter-einjähriges oder einjähriges Kind mindestens 126 Euro (höchstens 156), für ein Zweijähriges mindestens 84 (höchstens 114) und für ein Dreijähriges zwischen 24 und 54 Euro kosten wird - das sind die geplanten Tarifrahmen für 15 Betreuungsstunden die Woche.

Deutliche Änderungen für viele Eltern

Mit der Neuregelung werden die Normaltarife für manche Eltern deutlich billiger, für andere deutlich teurer. Für Familien mit geringem Einkommen besteht die Möglichkeit einer Ermäßigung, wie sie bereits zum laufenden Betreuungsjahr eingeführt wurde. Die Neuregelung gilt übrigens nicht für klassische Spielgruppen, die nicht den Kriterien einer Betreuungseinrichtung entsprechen, wie zum Beispiel einer Öffnung an fünf Wochentagen.

Am Mittelwert orientiert

Bei der Festlegung der Höchst- und Mindestbeiträge hat sich das Land nach eigenen Angaben am bisherigen Mittelwert orientiert. Ziel sei es, landesweit einheitlichere Tarife zu schaffen. Bisher konnte die Kinderbetreuung in der einen Gemeinde doppelt so viel kosten wie in der Nachbargemeinde - was auch zu Unmut geführt hat.

Wie die APA am Sonntag berichtete, haben nur 28,5 Prozent der Kinderbetreuungseinrichtungen in Vorarlberg mehr als neun Stunden am Tag geöffnet - damit liegt man österreichweit an vorletzter Stelle. 46,1 Prozent haben allerdings mehr als 47 Wochen pro Jahr offen - noch vor einem Jahr lag dieser Wert bei lediglich 29,2 Prozent.

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