Kulturhauptstadt: Bürgermeister geben nicht auf

Leicht verstimmt gezeigt haben sich die Bürgermeister von Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Hohenems, nachdem das Land ihre Bewerbung um die Kulturhauptstadt 2014 abgelehnt hat. Aufgeben wollen sie nicht.

„Kultur wird nicht vom Land verordnet, Kultur entsteht in den Kommunen, bei und mit den Menschen“, hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Bürgermeister Markus Linhart (Bregenz, ÖVP), Dieter Egger (Hohenems, FPÖ), Wilfried Berchtold (Feldkirch, ÖVP) und der Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP).

Und weiter: „Wenn sich vier Städte auf den Weg zu einer engen Zusammenarbeit und Vernetzung machen, sollte das Land diesen Prozess aktiv unterstützen und nicht blockieren.“ Man wolle den gemeinsamen Weg jetzt - trotz des „Neins“ vonseiten des Landes - „konsequent“ weitertreiben.

„Lassen uns das Nachdenken nicht verbieten“

Im Gespräch mit dem ORF legten die Bürgermeister dann nochmals nach. „Wir lassen uns das Nachdenken über unsere Zukunft nicht verbieten“, sagte Linhart. Er kritisierte auch, dass die Bürgermeister vom Beirat nicht einmal zu einer Stellungnahme eingeladen waren. Feldkirchs Bürgermeister Wilfried Berchtold zweifelt überhaupt daran, dass der Kulturbeirat ein qualifiziertes Gremium für dieses Thema ist.

Kaufmann sagte: „Unser vorgelegtes Konzept ist die gelebte Vision Rheintal.“ Und laut Egger sollte das Land dankbar für diese Städte-Kooperation sein. Am 4. Juli wollen die vier Städte in einer ersten gemeinsamen Stadtvertretersitzung die weitere Vorgehensweise diskutieren.

Kritik an Aussparung von Bludenz

Die vier Städte wollen sich gemeinsam um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2024 bewerben. Dazu hatten sie ein Dossier ausgearbeitet, in dem das Vorarlberger Rheintal als viertgrößter Ballungsraum in Österreich dargestellt wurde. Im Rheintal leben rund 250.00 Menschen. Auch als Modell für ein „Europa der Regionen“ wollte man sich präsentieren - wegen der Zusammenarbeit mit der Schweiz, Deutschland und Liechtenstein.

Das Land hätte die Bewerbung mit zehn Millionen Euro unterstützen sollen. Am Donnerstag folgte aber der Rückschlag: Der Kulturbeirat des Landes lehnte den Vorschlag ab. Kritisiert wurde, dass Bludenz bei der Bewerbung ausgespart wurde. Auch eine mangelnde inhaltliche Bestimmung wurde kritisiert - mehr dazu in Land sagt „Nein“ zur Kulturhauptstadt. Kultur-Landesrat Christian Bernhard (ÖVP) bestätigte schließlich, dass das Land der Empfehlung des Kulturbeirats folgen werde.

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