Grüne-Lunacek zu EU-Beitritt der Türkei
Ein Beitritt der Türkei zur Europäischen Union müsse das Ziel sein, so Lunacek, denn nur wenn man ein Ziel hat, wo man hin will, könne man auch über etwas verhandeln. Der Weg, den Ministerpräsident Erdogan in den letzten ein bis zwei Jahren eingeschlagen habe, sei einer, der von den europäischen Werten wegführe.
„Derzeit sehe ich den Beitritt nicht kommen, aber ich finde, dass die Verhandlungen bisher zu einer Europäisierung der Türkei beigetragen haben und das ist gut so“, sagt Lunacek.
Lunacek verteidigt Wahlrecht ab 16 Jahre
Lunacek verteidigt im Samstaginterview das Wahlrecht ab 16 Jahre für die EU-Wahl am 25. Mai. Das Thema Europa müsse in der Schule stärker berücksichtigt werden. Es gebe immer noch Jugendliche, die über die Europäische Union und ihre Aufgaben und Tätigkeiten kaum Bescheid wissen, so Lunacek. Das treffe aber auch auf ältere Wähler zu.
Debatte: EU-Wahl als Stimmungstest?
Das Wahlalter von 16 Jahren sei wichtig und richtig. In diesem Alter könne man ja auch arbeiten oder etwa ein Bankkonto eröffnen.
„Europäische Idee wird von Lobbyisten bedroht“
Lunacek räumt ein, dass es nach 20 Jahren EU-Mitgliedschaft Österreichs in der Bevölkerung nach wie vor Skepsis und Vorbehalte gibt. Die negativen Emotionen gegenüber der Union seien zum Teil auf die nationalen Regierungen zurückzuführen, die für unpopuläre Entscheidungen Brüssel verantwortlich machen würden.
Die EU selbst habe auch Fehler gemacht, sagt Lunacek. Die europäische Idee sei derzeit von Lobbyisten, Konzernen und Rechtspolitikern bedroht.
Lunacek will drittes Mandat für Grüne
Lunacek will ein drittes Mandat für Österreichs Grüne im europäischen Parlament. Bei der letzten EU-Wahl haben sie in Österreich nicht ganz zehn Prozent erreicht, für das angestrebte dritte Mandat werden 13 bis 14 Prozent nötig sein.
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Das Interview mit Ulrike Lunacek hat Radio-Vorarlberg-Redakteur Peter Metzler geführt.