Forderungen nach mehr Turnunterricht
Für den Fachinspektor für Bewegungserziehung und Sport im Landesschulrat, Konrad Berchtold ist die Kritik am mangelnden Turnunterricht völlig berechtigt. Die Situation an den Schulen habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. So seien Bewegungsstunden aus dem Stundenplan herausgenommen worden. Gerade für Schüler, die in ihrer Freizeit gar keinen Sport betreiben, sei es wichtig, dass sie in den Schulen wenigstens sporteln, so Berchtold.
Derzeit gibt es an Volksschulen durchschnittlich zwei Turnstunden pro Woche, an Mittelschulen drei sowie an den berufbildenden höheren Schulen und AHS gibt es teilweise nur noch eine Turnstunde pro Woche.
„Derzeitige Schulstruktur bietet Möglichkeit nicht“
Auch Pflichtschulinspektorin Karin Engstler würde sich die tägliche Turnstunde für alle Schulen wünschen - allerdings sieht sie diese Möglichkeit in der derzeitigen Schulstruktur nicht. Bei einer Ganztagesschule könnte allerdings die Chance bestehen, dass Sport wieder eine wichtige Rolle im Unterricht einnimmt, meinte Engstler.
Stemer: „Bewusstsein für Sport fehlt“
Mit Projekten wie dem Bewegungskindergarten und der Bewegungsvolksschule wurde in Vorarlberg in den vergangenen Jahren offensiv gegen den Bewegungsmangel vorgegangen - doch auch Schullandesrat Sigmund Stemer (ÖVP) weiß, dass das Bewusstsein noch immer allzu oft fehlt. So sei Österreich in Richtung „Bewegungsmuffel“ unterwegs. Es müsse wieder eine gemeinsame, starke Bewegungskultur entstehen, fordert Stemer. Man sollte wieder von klein auf lernen, dass man sich, wenn man regelmäßig Sport betreibe, wohler und leistungsbereiter fühle.
Außerdem sind sich alle darin einig, dass gerade aus dem Breitensport Spitzensportler entwachsen und wenn frühe Talente entdeckt und entsprechend gefördert werden, können durchaus Goldversprechende Olympioniken daraus entstehen.
Links:
- Zu wenig Sportunterrricht an Schulen?(oe1.orf.at; 14.8.2012)
- Die schönsten Olympiamomente (sport.ORF.at; 14.8.2012)
- Olympia-Rückblick von Thomas König (vorarlberg.ORF.at; 13.8.2012)

