Mehr Unterstützung für Bergbauern gefordert
Im Video zu sehen: Josef Türtscher (ÖVP-Landwirtschaftssprecher); Beitrag von
Franz-Michel Hinteregger, Götz Wagner, Markus Felder
Von den verbesserten Bauerneinkommen im vergangenen Jahr hätten die Bergbauern mit einem hohen Einkommensanteil an Prämien und Förderungen nur wenig mitbekommen, sagte ÖVP-Landwirtschaftssprecher Josef Türtscher am Dienstagvormittag bei einem Pressefrühstück auf der Alpe Überlut.
Während sich die Einkommen der Landwirte 2011 erfreulich entwickelt hätten, hinkten Bergbauern dem Trend hinterher. Bauern in der Zone drei erwirtschafteten jährlich durchschnittlich 22.541 Euro pro Betrieb, deutlich weniger als Höfe in günstigeren Lagen mit 34.609 Euro, rechnete Türtscher vor. Noch schlechter sei die Lage für Bergbauern in der Zone vier mit einem Einkommen von 17.951 Euro. Die Situation sei „absolut unfair“.
Der Einkommensunterschied beruht auf der Tatsache, dass das Einkommen der Bauern auf zwei Standbeinen steht: den Förderungen und dem Produkterlös. Bergbauern in extremen Lagen produzieren im Vergleich zur Arbeit weniger.
Gleichwertige Leistungsbeurteilungen erwartet
ÖVP-Landwirtschaftssprecher Josef Türtscher machte am Dienstag deutlich, dass er sich von der österreichischen Landwirtschaftspolitik erwarte, dass man öffentliche Mittel so einsetze, dass man beide Leistungen gleichwertig beurteile - die Produktionsleistung sowie die Landschaftspflege und Naturschutzleistung.
Analog zu Bayern sollten künftig Bergwiesen und Alpflächen gleich wie andere landwirtschaftliche Flächen bewertet werden, verlangte Türtscher. „Diese Neubewertung wäre ein deutlicher Schritt in Richtung mehr Einkommensgerechtigkeit“, erklärte er. Möglich wäre für Türtscher auch eine Verbesserung der Ausgleichszulage und der Richtlinien des Umweltprogramms ÖPUL.
Rund 800 Bergbauern in extremen Lagen
Von rund 4.000 Bauern in Vorarlberg sind etwa 350 Bergbauern der Zone vier und rund 550 der Zone drei.
Derzeit laufen auf nationaler Ebene die Verhandlungen für die Neugestaltung der Agrarförderungen ab 2014. Die Forderung von Türtscher richtet sich demnach in erster Linie nach Wien in Richtung Umweltminister Nikolaus Berlakovic (ÖVP), auf dessen Dialogbereitschaft bei den Verhandlungen Türtscher setze.
Link:
- Steuerpauschale für Bauern ist umstritten (vorarlberg.ORF.at; 13.8.2012)

