Riedstraße: Variante Z und CP werden weiterverfolgt

Fünf Jahre nach dem Aus für die geplante Bodensee-Schnellstraße S18 hat die Landesregierung am Dienstag entschieden, dass die Varianten Z und CP als Straßenvarianten für das Untere Rheintal weiterverfolgt werden. Erwartungsgemäß folgt sie damit den Empfehlungen des Regionalforums.

In seinem Schlussbericht schlägt das Regionalforum der Landesregierung die zwei Varianten Z und CP vor. Z, eine Straße durch das Ried mit einem zwei Kilometer langen Tunnel, wird als Bestvariante empfohlen. Sollte diese Variante nicht realisiert werden können, wird eine Ortsumfahrung von Lustenau, die Variante CP, empfohlen.

Die Landesregierung schließt sich diesen Empfehlungen an. Die ASFINAG soll mit den nötigen Untersuchungen und Analysen beauftragt werden. Variante Z wird auch von der Landesregierung bevorzugt, „wenn keine erhebliche Beeinträchtigung der Schutzgüter beim Bau und im Betrieb nachgewiesen wird“.

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Im Video sehen Sie einen Beitrag von Daniel Rein. Zu sehen sind Landeshauptmann Sausgruber, der designierte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) Landesrat Schwärzler und Lustenauer Bürger.

Öffentlicher Verkehr soll jedenfalls verbessert werden

Zusätzlich zu jeder Straßenvariante sollen umfassende Verbesserungen im öffentlichen Verkehrskonzept umgesetzt werden. Diese beinhalten unter anderem ein S-Bahn-Konzept. Hierzu soll als erstes eine Machbarkeitsstudie zu den Möglichkeiten der Busbeschleunigung im Rheintal erstellt werden.

Außerdem soll das Zollamt Lustenau/Au entlastet werden. Die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen der Brugger Straße und dem Autobahnanschluss in St. Margrethen (CH) vorzuziehen, soll genauer geprüft werden. Sie wäre dann in jedem Fall Teil einer Gesamtlösung.

Landesrat Schwärzler stimmt nicht voll zu

Der Beschluss der Landesregierung fiel mehrheitlich. Als einziges Regierungsmitglied hat Umweltlandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) den Regierungsbeschluss nicht voll unterstützt: Vier von fünf Punkten stimmte er zu - unter anderem dem begleitenden Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Fortsetzung der Planungsarbeiten als solche. Die Z-Variante - also die Riedstraße - lehnt Schwärzler - zumindest derzeit - aber ab. Die Auswirkungen auf die EU-Schutzgüter sei noch zu prüfen. Diese Prüfung müsse abgeschlossen sein, bevor er sich festlegen könne. Außerdem fehle derzeit noch ein Gesamtpaket.

Ob es letztendlich doch noch das OK des Umweltlandesrates zu einer Straßenvariante gibt, bleibt vorläufig offen.

ASFINAG ist am Zug

Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) sagt, die Entscheidung sei eine politische Entscheidung - in Richtung einer hoffentlich bald absehbaren Umsetzung der Riedvariante. Bauherr ist die Straßengesellschaft ASFINAG, betont der Landesauptmann. Diese müsse nun die Kosten-Nutzen-Rechnung erstellen.

Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP) sagt, die Riedstraße Variante Z schneide im Vergleich zur Variante CP, der Ostumfahrung von Lustenau, insgesamt besser ab: Laut Expertenprognosen betrage das durchschnittliche tägliche Gesamtaufkommen bei Variante Z in den Expertenprognosen 23.000 bis 25.000 Fahrzeuge inklusive Schwerverkehr, bei CP 14.000 bis 16.000. Daran sehe man, dass die Entlastung bei Variante Z viel höher wäre.

Als frühest möglichen Baubeginn für jede Variante nannte Landesrat Rüdisser das Jahr 2018.

Variante Z

Variante Z
ORF

Die rund sieben Kilometer lange Z-Variante kostet zwischen 330 und 440 Millionen Euro. Die jetzigen Straßen durch das Ried würden für den Verkehr gesperrt, Teile der Straße, in der Grafik orange dargestellt, untertunnelt.

CP-Variante

CP
ORF

Die neun Kilometer lange CP-Variante - die Ortsumfahrung von Lustenau - wäre mit rund 225 Millionen Euro die billigste Lösung.

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